»Good­bye to your litt­le white lies! — It wouldn't hurt to tell the truth so­me­ti­mes!« (Jen­nif­fer Kae)

Schon seit geraumer Zeit wird in verschiedensten linken Zeitungsprojekten die Antifa-Debatte geführt. Vorherrschend ist dabei oft die Tendenz, das eigene Vorgehen und die anstehende Kampagne gegenüber anderen zu rechtfertigen. Das wirklich Relevante – nämlich die theoretische Bestimmung dessen, was Antifa eigentlich sein soll, in welchem Verhältnis Antifa zu Staat und Kapital steht und ob Antifa letztlich mit einer radikal antikapitalistischen Kritik vereinbar ist oder sich durch Bündnissen mit der bürgerlichen Gesellschaft selbst zum Anwalt der falschen Freiheit macht – wird oft nicht, oder nur am Rand, (mit)diskutiert.1

Aus Unzufriedenheit mit der Lethargie innerhalb der hannoverschen Linken, die sich, zumindest öffentlich, wenig bis gar nicht an der Debatte beteiligte, haben wir bereits am 9. April 2009 die Podiumsdiskussion »Antifa – What’s left?« im Indiego Glocksee in Hannover organisiert. Ziel war es, mit Vertreter_innen2 der radikalen Linken aus Hannover über ihre unterschiedlichen Ansätze zu diskutieren und somit noch vor dem 1. Mai eine Selbstreflexion der eigenen politischen Praxis anzustoßen.3 Damit sind wir, so ehrlich müssen wir sein, mehr oder weniger gescheitert.

Umso erfreulicher ist es daher, dass es nun, nach erneutem Anstoß der [AAH] in dem neuen Zeitungsprojekt »Angriffsfläche« einen zweiten Debattenbeitrag von Antimilitarist_innen in der »Tabula Rasa« gibt.4

Weniger erfreulich finden wir hingegen den momentanen Inhalt der Debatte. Daher haben wir uns entschlossen, uns erneut an der Debatte zu beteiligen und unseren eigenen Standpunkt zum Thema Antifa und der Kritik an Staat, Nation und Kapital darzustellen. Wir werden uns dabei nur am Rand auf die beiden bisher erschienenen Texte beziehen und hoffen, dass die Differenz des von uns Dargestellten zu den Aussagen dieser Texte unsere Kritik deutlich werden lässt. Um allen interessierten Personen einen differenzierten Einblick in die Debatte und die Grundlagen unserer interne Diskussion zu bieten, haben wir uns entschlossen wichtige Texte aus mehreren Jahren Antifa-Debatte, die nicht nur im Antifaschistischen Infoblatt sondern vor allem auch in der Phase 2 geführt wurde, in einem Reader zu bündeln. Diesen könnt ihr demnächst im Infoladen Kornstraße zum Selbstkostenpreis erwerben.

Den linken Konsens brechen.

Wenn Antifa Gruppen über Antifa diskutieren wird das Kriterium für Erfolg oder Misserfolg eines antifaschistischen Konzepts oft lediglich an zwei Maßstäben gemessen:

  1. Ob das Nazi-Event gegen das es gerade ging verhindert wurde.
  2. Wie viele Menschen sich im Protest gegen Neonazis mobilisieren ließen.

Ein politischer Maßstab ist das allerdings nicht! Die falsche Grundannahme dabei ist, dass es unter antifaschistisch Aktiven im Prinzip schon einen theoretischen Konsens gäbe, und es nur noch darum geht, über die effektivere Praxis zu entscheiden. So können sich z.B. die Fans des momentan (wieder) in Mode gekommenen Blockadekonzepts mit den Befürworter_innen von brennenden Mülltonnen und direkten Aktionen nach Herzenslust streiten wer das erfolgsversprechendere (und besser vermittelbare) Praxiskonzept anzubieten hat. Aus einer kritischen Perspektive heraus müsste die Debatte aber genau anders herum beginnen: Durch eine theoretische Bestimmung dessen was Nazis eigentlich ausmacht und in welchem Verhältnis sie zur bestehenden bürgerlichen Gesellschaft stehen. Aus dieser theoretischen Bestimmung ließe sich dann ableiten was sinnvollerweise zu tun ist und was besser nicht getan werden sollte. Da wir in der momentanen Debatte gerade dies Bestimmung vermissen, wollen wir im Folgenden versuchen sie in der hier gebotenen Kürze und idealtypisch zu leisten.

Die bürgerliche Gesellschaft…

Karl Marx und Friedrich Engels stellen im Kommunistischen Manifest die Behauptung auf, die bürgerliche Gesellschaft untergrabe alle traditionellen gesellschaftlichen Beziehungen. Der Kapitalismus lasse: »[…]kein anderes Band zwischen Mensch und Mensch als das nackte Interesse. Alle religiösen und politischen Illusionen« würden verdrängt durch »[…]die offene, unverschämte, direkte, dürre Ausbeutung[…]«.

Bereits bei einem kurzen und flüchtigen Blick auf unsere heutige Gesellschaft wird deutlich, dass sich diese Behauptung nicht bestätigt hat. Die bürgerliche Gesellschaft und der moderne Kapitalismus waren und sind vielmehr ein Brutkasten für einen ganzen Haufen obskurer und zum Teil höchst gefährlicher Ideologien.

Das Bedürfnis nach solchen Ideologien und kollektiven Identitäten entspringt im Kapitalismus aus der realen Ohnmächtigkeit, Vereinzelung und Abhängigkeit des Individuums von den Konjunkturen der globalen Konkurrenz5. Die Menschen sind im Kapitalismus vom Erfolg ihres Staates in der Weltmarktkonkurrenz abhängig. Scheitert der Staat kann er weniger Mittel für Infrastruktur, Bildungseinrichtungen, soziale Absicherung etc. bereitstellen. Auch in sozialen Kämpfen wird diese Grenze schnell deutlich: Möglich ist nur was finanzierbar ist und die Finanzierbarkeit richtet sich nach dem Abschneiden des Staates in der Weltmarktkonkurrenz. Diese objektive Abhängigkeit wirkt in den meisten Fällen identitätsstiftend für den oder die Einzelnen: Staat und Individuum erscheinen als natürlicherweise zusammengehörig und somit der Staat erscheint als natürlicher Ansprechpartner und Garant für den eigenen Schutz.

Die kollektive Identitäten – z.B. Deutscher oder Deutsche mit gemeinsamer Kultur und gemeinsamen Mythen, aber auch die mittlerweile etwas aus der Mode gekommenen »Rasse«-Konstruktionen, erfüllen dabei Zweierlei: Einmal versprechen sie Entlastung und Orientierung durch eine scheinbar außer-ökonomische, natürliche Zusammengehörigkeit. Zweitens dienen sie als konkrete Anspruchsgrundlage innerhalb gesellschaftlicher Verteilungskonflikte anhand derer man andere ausgrenzen und sich selbst als anspruchsberechtigt darstellen kann. Dies resultiert in einer Wahrnehmung die alles, selbst solche Dinge wie Sport oder Entführungsopfer ganz selbstverständlich in »eigenes« und »fremdes« teilt. Je stärker der Verwertungsdruck und die Existenzangst, desto vehementer wird die (reflexartige) Berufung auf die Zugehörigkeit zum nationalen Kollektiv, und auf das scheinbar selbstverständliche Recht auf Schutz durch den Staat. In gleicher Weise verschärft sich der Hass auf alle die nicht dem nationalen Kollektiv zugehörig sind, ja diesem sogar vermeintlich schaden.

…und ihre Nazis

Nazis und Faschist_innen teilen mit Demokrat_innen die grundlegende Sorge um das Vorankommen der eigenen Nation. Sie sind lediglich unzufrieden mit der Art und Weise wie der Staat organisiert wird. Sie wollen ihre nationale Anspruchsberechtigung direkt gewalttätig und gegen das vermeintlich Fremde vom Staat gesichert bekommen. Leistet der Staat diesem nicht Folge, versuchen sie ihrem Anspruch, getrieben durch das vermeintlich kollektive und natürliche Recht, auf brutale und oft mörderische Art und Weise selber durchzusetzen.

Sie erkennen zwar die Wertlosigkeit des oder der Einzelnen, in der kapitalisitischen Verwertungslogik; dieser setzen sie jedoch die falsche Kollektivität in der Volksgemeinschaft aller Deutschen entgegen. Für die alltäglichen Demütigungen und Niederlagen im kapitalistischen Normalvollzug machen sie all diejenigen verantwortlich, denen sie nicht den Status »deutsch« verleihen wollen und/oder halluzinieren sich eine jüdisch Weltverschwörung herbei, die der Volksgemeinschaft schaden will. Gegen diese Bedrohung und die alltäglichen Zumutungen des Kapitalismus bringen sie ihre Lösungsidee in Stellung: Die Einrichtung eines völkisch-autoritären Staates.

Anders als von vielen Antifagruppen, die hinter jeder noch so kleinen Nazikundgebung den Anfang vom Ende und ein neues 1933 vermuten, suggeriert, ist der Ruf nach dem völkisch-autoritärem Staat aber alles andere als eine hegemoniale Idee. Solch ein Staat ist im Moment keine Option für ein optimiertes Abschneiden in der kapitalistischen Staatenkonkurrenz dar, die viel mehr nach Deregulierung und Flexibilisierung verlangt. Unter anderem deshalb bleiben die Nazis mit ihren Ideen gesellschaftlich marginalisiert.

Dass muss nicht bedeuten, dass die reaktionären Freund_innen von Blut und Boden in gewissen Regionen Deutschlands nicht auf Zustimmung unter Demokrat_innen stoßen würden.

Antifa und der Kampf ums Hinterzimmer

Aus dieser groben Darstellung des Verhältnisses von bürgerlichem Staat und Nazis lassen sich für uns folgende Schlüsse ziehen:

  1. Ein Antifaschismus der die bürgerliche Gesellschaft lediglich gegen Nazis verteidigt kann letztendlich nicht erfolgreich sein. Er reproduziert notwendigerweise die Grundlage allen gesellschaftlichen Übels, dem immer die Tendenz zu autoritären Krisenlösungen innewohnt. Die momentan herrschende Gesellschaftsform, von der die alltäglich Ausbeutung, Unterdrückung und schlimmere Übel ausgehen ist die bürgerlich-kapitalistische. Die Logik, zusammen mit dem kleineren Übel (Demokrat_innen aller Couleur) gegen das vermeintlich schlimmere Übel (die Nazis) vorzugehen, geht daher nicht auf. Viel sinnvoller wäre es hier, die Zeit und Ressourcen dafür zu nutzen um die Fronten mit Staat und Kapital zu klären.
  2. Wenn Antifas den Kampf gegen Nazis als den Kampf ums Ganze verklären und den Nazis damit eine größere Wirkmächtigkeit zusprechen als sie eigentlich haben, dann liegen sie damit gewaltig daneben. Aus diesem Grund ist auch dem Konzept des Revolutionären Antifaschismus eine deutliche Absage zu erteilen. Zwar stellt dieser richtigerweise fest, dass es eine Verbindung zwischen Nazis und Kapitalismus gibt. Dies wird jedoch schon für die antikapitalistische Kritik per se gehalten. Der Kapitalismus muss jedoch an sich selbst, also an seinem Normalvollzug kritisieren werden und nicht etwa an seinen selbst eingestandenen Fehlern (hier sei nur auf den Antifa-Sommer/ Aufstand der Anständigen verwiesen).

Auch dem Vorschlag unserer Genoss_innen von der [AAH], sich in Bündnissen mit bürgerlich-liberalen Kräften zu beteiligen um aus dem Inneren der Bündnisse gegen die Gesamtscheiße zu agieren sehen wir kritisch. Klar ist es nett, wenn ein Bündnis aus linksradikalen und bürgerlichen Kräften einen Aufruf gegen einen Nazi-Aufmarsch mit »Keinen Meter den Nazis« anstatt »Gegen Gewalt und Extremismus« enden lässt – erreicht ist damit aber erst einmal wenig.

Dass Nazis und Faschist_innen scheiße und »menschenverachtend« sind, muss man die in solche Bündnissen aktiven Partei- und Gewerkschaftskadern nicht erklären. Sie hingegen davon zu überzeugen, dass die bürgerlich-demokratische Gesellschaft nicht minder »menschenverachtend« ist, ist ein fast unmögliches Unterfangen im Rahmen solcher Anti-Nazi Bündnisse, bei dem man sich zumeist den Standpunkt der bunt statt braun-Demokrat_innen abholt. Denn schließlich sind die dort geführten Debatten mehrheitlich strategisch- und organisatorischer Art. Inhaltliche Grundsatzdebatten welche die Möglichkeit bieten sich über die Gesamtscheiße zu verständigen finden hingegen nicht statt. Insofern diese Bündnisse tatsächlich die Möglichkeit eröffnen, dass einem auch breitere Teile der Bevölkerung einmal zu hören sind sie selbstredend zu begrüßen. Dies aber können wir bisher, zumindest in Hannover, nicht erkennen. Resultat scheint hingegen viel mehr nach wie vor zu sein, dass der linksliberale Teil der Zivilgesellschaft strategische Schützenhilfe für ihre verkehrten und richtigen Zwecke von ganz links in Anspruch nimmt.

Nicht zuletzt fehlt der radikalen Linken oft auch einfach die überzeugenden Inhalte. Eine fundierte Position, die zu überzeugen vermag, ist aber Grundvorraussetzung um dann auch im gesamtgesellschaftlichen Diskurs überzeugen zu können. Statt sich blindlinks in die Schlacht um die Hinterzimmerplätze im nächsten Anti-Nazi Bündnis zu stürzen würde eine solche Positionsfindung gut tun.

Antifaschismus macht für uns immer nur als Abwehrkampf gegen eine konkrete Bedrohung durch Nazis und anderen Reaktionäre Sinn. Wenn Migrant_innen, Jüdinnen und Juden und alle, die den Nazis nicht in ihre Volksgemeinschaft passen, bedroht, verfolgt und angegriffen werden, müssen wir diesen Nazis und ihrem Treiben Einhalt gebieten. Wenn wir nicht mehr unbeschadet zu unseren Plenas gelangen, dann müssen wir dies schleunigst ändern. Gegen Nazis mit allen erdenklichen und notwendigen Mitteln vorzugehen ist in solchen und vielen anderen Fällen unerlässlich.

Wenn der antifaschistische Kampf hingegen auf demokratieaffirmative Weise geführt wird, dann hilft dies einer linksradikalen Gesellschaftskritik nicht. Es schadet ihr sogar. Denn wenn am Ende der Aktionen die Wurzel des Übels gestärkt hervor geht, haben wir nichts gewonnen. Wer es mit der Abschaffung des Kapitalismus ernst meint, der sei dazu angehalten diesen nicht zu verteidigen sondern immer und überall an seiner Denunziation zu arbeiten.

Der Kapitalismus und ein gern gemachter Vorwurf

In der radikalen Linken ist es fast schon zum common sense geworden, allen Personen(gruppen), welche sich mit Kapitalismuskritik beschäftigen wollen, den Vorwurf zu machen, sie würden den Kapitalismus als Hauptwiderspruch ausmachen, hinter denen anderen Unterdrückungsverhältnisse und Mechanismen wie z.B. Rassismus und Sexismus zurückstehen würden und nur zweitrangige Bedeutung hätten.

Unserer Ansicht nach hat der Vorwurf allerdings nicht immer seine Berechtigung und wird häufig aufgrund der Kapitulation vor der Komplexität kapitalistischer Realität und in diesem Zuge dann auch vereinzelt zur Rechtfertigung der eigenen politischen Praxis hervorgebracht.

Selbstverständlich gab es bereits vor dem Kapitalismus Rassismus. Selbstverständlich gab es auch schon vorher androzentrische6 bzw. patriachale Unterdrückung und Herrschaft. Und selbstverständlich bedarf es dem permanenten Kampf gegen diese und andere Verhältnisse, die mit ziemlicher Sicherheit auch nach der Abschaffung des Kapitalismus weiter existieren werden. Aber eben – und darauf kommt es an – in veränderter Form!

Ausgansbasis für (unsere) Gesellschaftskritik ist die Erkenntnis, dass die Gesellschaft mehr ist als die Summe ihrer Teile. Ihr Spezifisches besteht gerade im Übergewicht der sozialen Formen und Verhältnissen, welche die Beziehungen der Einzelnen zueinander strukturieren und organisieren. Ein solches dominantes Strukturprinzip bildet heute die kapitalistische (Re)-Produktionsweise. Aus diesem Grund erscheint es uns adäquat den Kapitalismus eben nicht nur einfach als ein ökonomisches, sondern ein gesellschaftlich totalitäres System, das über die Form der gesellschaftlichen (Re-)Produktion in alle gesellschaftlichen Bereiche hineinwirkt, zu betrachten.

So lässt sich z.B. die Ausbreitung des bürgerlichen Geschlechtermodells mit all seinen zu- und Festschreibungen, welches im 18./19. Jahrhundert wirkmächtig und hegemonial wurde, nur begreifen, wenn man sich die spezifisch historisch-gesellschaftliche Konstellation und die Ausbreitung des Kapitalismus vor Augen führt. Dies bedeutet nicht, dass allein der Kapitalismus für sexistische Diskrimminierungen verantwortlich ist – es bedeutet im Gegenzug aber sehr wohl, dass er bei der Analyse des Geschlechterverhältnisses mit einbezogen werden muss. Kapitalismus und Geschlechterverhältnisses (um bei diesem Beispiel zu bleiben) stehen in einem dialektischen Verhältnis zueinander, bei dem es viele Wechselwirkungen gibt und der Kapitalismus nicht nur das Geschlechterverhältnis prägt, sondern eben diese Prägung(en) wieder Auswirkungen auf die gesellschaftliche (Re-)Produktion und damit auf den Kapitalismus haben7.

Dieser Feststellung der Komplexität bürgerlicher Gesellschaft begründet die Maxime unserer politischen Arbeit: Das bloße Erkennen gesellschaftlicher Zustände eine materialistische Analyse und Kritik dieser Gesellschaft nicht ersetzen kann.

Sincerely yours,
Fast Forward Hannover


  1. Vgl. hierzu auch den Text der Leipziger Gruppe LeA: »Antifa heißt radikale Gesellschaftskritik«, erschienen im AIB Nr. 80
  2. Wir verwenden in unseren Texten, wenn es um Geschlechtlichkeit geht, den Unterstrich, wie z.B. bei ›Scheisspolizist_innen‹, um die herrschende Zweigeschlechtlichkeit der deutschen Sprache aufzubrechen. So eröffnet der Unterstrich einen Raum für alle, die sich nicht den beiden Polen hegemonialer Geschlechtlichkeit unterordnen wollen. siehe dazu: A.G. Gender-Killer
  3. Audiomitschnitt der Debatte
  4. Kurz nach Fertigstellung dieses Texts erschien ein 3. Beitrag vom AK Antifa des Netzwerks Alerta. Aus diesen konnten wir daher leider nicht mehr eingehen.
  5. Für eine ausführlichere Darstellung vgl.: »Staat, Weltmarkt und die Herrschaft der falschen Freiheit. Zur Kritik des kapitalistischen Normalvollzugs« des »…ums Ganze!« – Bündnisses.
  6. Unter Androzentrismus wird eine Sichtweise verstanden, die Männer als Zentrum, Maßstab und Norm versteht. Androzentrismus kann also als eine gesellschaftliche Fixierung auf den Mann oder das »Männliche« verstanden werden. Ein androzentrisches Weltbild versteht den Mann als die Norm, die Frau als Abweichung von dieser Norm.
  7. Ein Beispiel hierfür ist das spezifisch deutsche Halbtags-Schul-System. Dieses System setzt stillschweigend das bürgerliche »Hausfrau-Ernährer-Modell« voraus, dass mit dem Aufstieg des Bürgertums und in Abgrenzung zum Proletariat hegemonial wurde. Diese spezifische, institutionalisierte Form der (Aus)Bildung und Erziehung hat wiederum selbst Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, Erwerbsbiographien etc. und damit auf die kapitalistische (Re)Produktion.